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Strom & Spannung

War es früher schlecht gelagertes Heu, das zu Hofbränden geführt hat, sind es heute zunehmend Akkus und PV-Anlagen. Dabei lassen sich moderne Energiesysteme problemlos nutzen, wenn Grundlegendes beachtet wird.

Vom Betonieren übers Fliesen bis zur Elektrik: Auf ihre technischen Allrounder-Fertigkeiten haben Bäuerinnen und Bauern immer vertrauen können. Wenn es ans Planen und Installieren komplexer Energiesysteme geht, sollten sie das besser nicht tun: Rund 800-mal im Jahr brennt es auf Niederösterreichs Höfen. 29 % der landwirtschaftlichen Großbrände sind laut NÖ Landesstelle für Brandverhütung elektrisch ausgelöst.

Photovoltaik „Marke Eigenbau“ oder improvisierte elektrische Anlagen rangieren unter den Brandauslösern inzwischen weit oben. Bei der Montage beschädigte PV-Zellen, eine scharfe Kante oder eine falsche Klemmverbindung können reichen – für Erhitzung, die erst zum kleinen und leider viel zu oft zum großen Brand führt.

Vom Profi ist am Ende billiger

Die Risken und Kosten eines Brandes rechtfertigen es allemal, auf die Arbeit von Profis zu setzen: Die planen die Anlage normgerecht, haften für die professionelle Ausführung – und gewährleisten damit auch, dass die Feuerversicherung im vollen Umfang einspringt.

Die Erfahrung zeigt: Gerade bei nachträglichen Einbauten und Umbauten ist die entsprechende Anpassung der E-Anlagen dringend im Auge zu behalten. Gut, dass es ja noch den FI-Schutzschalter gibt? Der sollte allerdings richtig dimensioniert und 1-mal jährlich überprüft sein.

Der „kleine Akku-Führerschein“

Akkus sind ein weiteres, „brandheißes“ Thema. Für vieles in der modernen Landwirtschaft sind sie die treibende Kraft: von der Starterbatterie und dem Weidezaungerät über Akku-Schrauber und -Sägen bis zum E-Bike. Zum gefürchteten Akkubrand führt meist mechanische Beschädigung oder Feuchtigkeit. Riskant wird es auch bei zu starker Erhitzung in der Sonne oder mit einem defekten oder unpassenden Ladegerät. Die Grundregeln des „kleinen Akku-Führerscheins“ liegen damit auf der Hand: Akkus immer mit Abstand zu Brennbarem lagern. Und „verdächtige“ Akkus, die sich stark erhitzen oder gar aufblähen, unverzüglich aus dem Verkehr ziehen!

Brandvermeidung im Umgang mit Akkugeräten

Lithium Akkus sind aus der Landwirtschaft und dem Haushalt nicht mehr wegzudenken. Durchschnittlich sind in österreichischen Haushalten 15 Akkus zu finden, in einem landwirtschaftlichen Betrieb dementsprechend mehr.

Der sichere Umgang mit Akkus ist entscheidend, um Brände, Explosionen oder Verletzungen zu vermeiden. In der folgenden Auflistung sind die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen geordnet nach Bereichen zusammengefasst:

Autoren:
Ing. Christoph Wolfesberger und Mst. Ing. Wolfgang Turk
beide Landwirtschaftskammer Niederösterreich

  • Akku aus dem Gerät nehmen, wenn dieses nicht benutzt wird
  • Verwendung von Ladegeräten, die für den jeweiligen Akkutyp vorgesehen sind (richtige Spannung und Stromstärke).
  • Mechanisch beschädigte oder verformte Akkus nicht mehr benutzen. Akkus mit Beulen, Rissen, Verfärbungen oder Sengspuren, Akkus mit ausgelaufener Flüssigkeit oder aufgeblähter Form sind nicht mehr zu verwenden
  • Akkus kühl und trocken lagern, die ideale Lagertemperatur wäre um 20°C.
  • geladene Akkus aus dem Ladegerät nehmen, bzw. vom Netz trennen

  • Ladevorgang immer überwachen:
    Akkus nicht unbeaufsichtigt oder über Nacht laden lassen.
  • Den Ladeplatz so wählen, dass keine brennbaren Materialien in der Nähe sind, am besten eine Werkbank mit Metallarbeitsplatte und wenn möglich einen Rauchmelder in der Nähe installieren.
  • Hitzestau vermeiden:
    Während des Ladens für gute Belüftung sorgen – niemals in geschlossenen Behältern oder auf brennbaren Unterlagen laden.
  • Temperatur beachten:
    Bei extremen Temperaturen (unter 0 °C oder über 45 °C) nicht laden. Dies könnte zu Schäden am Akku führen.
  • Es gibt bereits einige Lösungen am Markt bei denen die Akkus in speziellen Brandschutzschränken geladen und gelagert werden können. Diese Lösungen bieten einen guten Schutz und dienen als Präventionsmaßnahme vor Akkubränden. Diese Metallschränke sind geprüft nach Brandschutznorm und sind in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich.

  • Nicht kurzschließen:
    Akkupole niemals durch metallische Gegenstände (z. B. Schlüssel, Münzen) verbinden – Brandgefahr!
  • Keine mechanische Belastung:
    Akkus nicht quetschen, oder zu Boden fallen lassen, Erschütterungen vermeiden
  • Vor Überhitzung schützen:
    Akkus nicht in der Sonne oder in heißen Fahrzeugen liegen lassen.

Sind Akkus am Ende ihrer Lebensdauer oder defekt müssen sie fachgerecht entsorgt werden. Die Entsorgung darf nicht über den Hausmüll, sondern muss über Sammelstellen bzw. Wertstoffsammelzentren erfolgen. Das fachgerechte Recycling eines Akkus bringt nicht nur wertvolle Rohstoffe wieder in die Produktion zurück, sondern verhindert auch unzählige durch falsche Entsorgung verursachte Brände.

Der Brandverlauf einer Lithium Batterie kann sehr heftig sein, immerhin können Temperaturen bis zu 1400 °C entstehen. Durch den Temperaturanstieg kommt es im Gehäuse zum Druckanstieg. Eine rasche Brandausbreitung mit hoher Energiefreisetzung und zum Teil starker Rauchentwicklung sind die Folge. Brände von Lithium-Ionen Batterien gelten als sehr schwer bekämpfbar, daher sind präventive Brandschutzmaßnahmen ein Muss.

Akkus sicher lagern

Vollständig „leer“ ist ein Akku nie. Vorsicht und Übersicht bei der Lagerung sind also dringend geboten.

In Österreich gibt es (noch) keine detaillierten Vorschriften zur Verwahrung von Lithium-Akkus. Sehr wohl aber eine Reihe von Brandfällen, die zur Vorsicht mahnen. Generell gilt: Es braucht einen klar definierten und gesicherten Lagerplatz – das ist in der Regel nicht das Werkstattregal. Kritische Akkus, die nach einem Sturz beschädigt sind oder stark erhitzen, sollten keinesfalls zwischengelagert, sondern auf kurzem Wege in der Altstoffsammelstelle entsorgt werden.

Konkret gilt für die Lagerung

  • In einem feuerbeständigen, abgetrennten Bereich mit mindestens 5 Meter Abstand zu leicht Brennbarem.
  • Keinesfalls zusammen mit anderen brandbeschleunigenden Produkten (z.B. Diesel, Schmieröle).
  • Batteriekontakte abkleben, um einen Kurzschluss zu verhindern.
  • Rauchwarnmelder und Feuerlöscher gehören vor Ort.

Spezielle Sicherheitsschränke empfehlen sich bei laufender Lagerung bzw. einer größeren Anzahl an Akkus. Sie sind auf Feuerwiderstand geprüft und ab etwa 1.500 Euro erhältlich.