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Schutz & Sicherheit

Dem Feuer vor-bauen

Jeder dritte Brand in Niederösterreich passiert in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Brandrisiken können nachträglich abgesichert werden. Effizienter und billiger ist es, sie beim Neu- oder Umbau bereits mitzudenken.

Die gute Nachricht vorweg: Kein Bauer und keine Bäuerin muss sich im Studium von Baurecht, feuerpolizeilichen Landesgesetzen und technischen Richtlinien verlieren. Die Einbindung von konzessionierten Bauprofis und die Einhaltung des regulären Bauverfahrens mit der Behörde stellen sicher: Am Ende sind alle gesetzlichen Auflagen erfüllt. Dass die streng sind, hat seinen Grund: Fast 800-mal jedes Jahr bedrohen Brände in Niederösterreich bäuerliche Existenzen.

Geplant statt riskant

Vielen dieser Brandrisiken lässt sich buchstäblich der Boden entziehen, wenn sie in der Bauplanung bereits berücksichtigt werden. Das beginnt mit klar definierten (und ausgeführten) Brandabschnitten zwischen Stall, Lager und Technik. Zwischen potenziellen Zündquellen wie Elektrik oder Maschinen und brennbarem Lagermaterial ist jedenfalls ausreichend Sicherheitsabstand einzuplanen. Auch funktionierende Fluchtwege für den Fall des Falles sind eine Überlegung wert. Schlussendlich kommt es noch auf die Wahl der Baustoffe an: Nicht brennbare und schwer entflammbare Materialien reduzieren das Brandrisiko erheblich.

Eine moderne Betriebsführung im Hinblick auf Brandverhütung schließt eine entsprechende technische Ausstattung ein. Der Fokus sollte hier auf einer ausreichend dimensionierten Blitzschutzanlage liegen, auf Feuerlöscher und Brandmelder an neuralgischen Punkten – und nicht zuletzt auf dem Löschwasserzugang.

Versichert statt vergessen

Moderne Betriebe in der Landwirtschaft entwickeln sich weiter. Sie passen sich sukzessive aktuellen Erfordernissen an. Das hat auch für die Feuerversicherung zu gelten. Die Frage ist stets aufs Neue zu stellen: Reicht der Versicherungsschutz der Polizze noch aus? Falls nicht, verbirgt sich darin ein existenzielles Risiko für die bäuerliche Familie. Beheben lässt sich das in einem offenen Gespräch mit dem Versicherungsberater. Denn wirklich teuer ist am Ende nicht die Versicherung, sondern mangelnde Deckung.

Empfohlen ist die Anbringung batteriebetriebener Rauchwarnmelder in kritischen Bereichen an der höchsten Stelle des Raumes. Bei Neubauten ist der Einbau von Rauchmeldern in Niederösterreich gemäß OIB-Richtlinie seit 2015 verpflichtend.

Damit im entscheidenden Moment alles ganz schnell geht: Den Feuerlöscher an einer jederzeit zugänglichen Stelle anbringen. Jede/r im Haus sollte wissen, wie er zu handhaben ist. Bei elektrischen Anlagen empfiehlt sich ein CO2-Feuerlöscher.

An sich ist jede Brandschutztür selbstschließend. Ein Keil darunter mag praktisch sein. Aber sicher nicht sicher: Er öffnet dem Feuer Tür und Tor.

Das Handy bei der Arbeit am Traktor oder an der Maschine ist das wichtigste Sicherheits- und Notfallwerkzeug. Im Fall eines Feuers, aber auch für die schnelle Benachrichtigung bei einem Unfall.

Deckt die Feuerversicherung das aktuelle Schadensrisiko am Hof? Wurde sie im Lauf der Zeit an heutige Werte angepasst? Es lohnt sich, mit dem Berater der NV im Gespräch zu bleiben.

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