Es tarat brenna
Fast 800-mal im Jahr brennt es auf Niederösterreichs Höfen. Dabei entsteht ein jährlicher Gesamtschaden von rund 30 Millionen Euro. Werte, die für Generationen aufgebaut wurden, sind damit verloren. Die NV und die Landwirtschaftskammer NÖ gehen das Problem gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern an, denn viele dieser Brandkatastrophen wären zu verhindern gewesen.
Diese Risikolöscher, praktisch eingeteilt in 6 Kategorien, sind einfach umzusetzen und helfen, möglicherweise schon die nächste Brandkatastrophe zu verhindern.
Es sind die kleinen Dinge, die Großes bewirken: Egal ob Rauchwarnmelder, Feuerlöscher oder die geschlossene Brandschutztür – rufen wir uns die gängigen „Risikolöscher“ wieder einmal ins Gedächtnis. Wenn Sie dann noch das Mobiltelefon bei der Arbeit mit dabei haben, ist Hilfe rasch zur Stelle, sollte doch einmal etwas passieren.
Empfohlen ist die Anbringung batteriebetriebener Rauchwarnmelder in kritischen Bereichen an der höchsten Stelle des Raumes. Bei Neubauten ist der Einbau von Rauchmeldern in Niederösterreich gemäß OIB-Richtlinie seit 2015 verpflichtend.
Damit im entscheidenden Moment alles ganz schnell geht: Den Feuerlöscher an einer jederzeit zugänglichen Stelle anbringen. Jede/r im Haus sollte wissen, wie er zu handhaben ist. Bei elektrischen Anlagen empfiehlt sich ein CO2-Feuerlöscher.
An sich ist jede Brandschutztür selbstschließend. Ein Keil darunter mag praktisch sein. Aber sicher nicht sicher: Er öffnet dem Feuer Tür und Tor.
Das Handy bei der Arbeit am Traktor oder an der Maschine ist das wichtigste Sicherheits- und Notfallwerkzeug. Im Fall eines Feuers, aber auch für die schnelle Benachrichtigung bei einem Unfall.
Deckt die Feuerversicherung das aktuelle Schadensrisiko am Hof? Wurde sie im Lauf der Zeit an heutige Werte angepasst? Es lohnt sich, mit dem Berater der NV im Gespräch zu bleiben.
Sie haben noch keinen persönliche NV Berater? Eines unserer 46 Kundenbüros ist auch in Ihrer Näche: NV Standorte | nv.at Unsere Beraterinnen und Berater freuen sich auf Ihre Anfrage.
„Zündquellen“ lauern im landwirtschaftlichen Betrieb zuhauf. Von „biologisch aktivem“ weil feuchtem Heu über nicht gewartete Öfen bis zur suboptimal aufgestellten Trocknungsanlage. Kurzum: Brennbare Materialien sind am Hof nicht vermeidbar. Brände mit den richtigen Vorkehrungen schon.
Systematische Temperaturmessungen sollten bis 14 Wochen nach der Einlagerung erfolgen. Ein Heu-Messkalender empfiehlt sich dazu als nützliches Werkzeug.
Laden Sie gleich hier den Heumesskalender der NV herunter und halten Sie die Temperaturentwicklung in den nächsten 14 Wochen fest.
Heumesskalender
Die Umgebung des Ofens sollte immer sauber und frei von brennbarem Material gehalten werden. Ein Vorlageblech reduziert das Risiko einer Brandbildung durch Funken oder Glutreste.
Nur geprüfte Geräte verwenden.
Nur Installateur und Rauchfangkehrer geben am Ende die Gewähr, dass „nichts anbrennt“. Sie sollten von der Planung bis zur Installation einer Anlage fix eingebunden sein.
Auf die robuste „Gutmütigkeit“ eines alten Ofens sollte man sich niemals verlassen. Brandgefahr ist nur mit regelmäßiger Wartung und Kontrolle durch den Rauchfangkehrer auszuschließen. Auch Verbindungsstücke des Ofens sollten regelmäßig gereinigt werden. Funktionen wie die Zugbegrenzung sind in Abständen zu überprüfen.
Auch wenn Zeit oder Platz gerade knapp sind: Wo heiße Maschinenteile oder Funken im Spiel sind, braucht es immer Abstand zu Brennbarem.
Zum „elektrischen Roulette“ wird die Arbeit mit Strom, wenn Geräte oder Leitungen defekt sind. Jeder fünfte Hofbrand in Niederösterreich ist darauf zurückzuführen. Mit ein Grund dafür sind auch akku-betriebene Geräte und Photovoltaik: Sie erleichtern vieles im landwirtschaftlichen Betrieb – bringen aber auch neue Risiken mit sich.
(Rechts)sicher sind nur systemgeprüfte und fachgerecht installierte E-Anlagen.Wichtig bei PV-Anlagen: Der Montageort des Wechselrichters erfordert einen nichtbrennbaren Untergrund. Die Kabel (DC-Leitungen) sind insbesondere bei der Durchführung durch die Dachhaut fachgerecht zu verlegen.
„A Wunder, dass das noch geht?“ Dann ist es kein Wunder, wenn etwas passiert. Keine offenen Isolierungen und Klemmstellen. Angeknabberte, gequetschte oder poröse Leitungen zählen zu den häufigsten Brandursachen.Leitungen fachgerecht und zugentlastet verlegen!
Brandgefährlich werden Lithium-Akkus mitunter, wenn sie einmal hinuntergefallen sind. Ebenso wenn sie hohen oder sehr tiefen Temperaturen ausgesetzt waren.Dringende Warnzeichen eines Akkus sind Verformungen, Aufblähen oder ungewöhnlich starke Erwärmung.Immer sollten Original-Akkus und -Ladegeräte verwendet werden.
Staub, Ölreste und Pflanzenmaterial in der Elektrik können sich leicht entzünden. Sie sollten regelmäßig entfernt werden.
Mehrfach-Steckdosen („Verteiler“) im Betrieb für Hochdruckreiniger, Futtertechnik u.dgl. erhöhen das Brandrisiko. Der FI-Schalter ist 1 x jährlich zu überprüfen – zum Beispiel jedes Jahr am ersten Samstag im Oktober. Keinesfalls sollten durchgebrannte Sicherungen überbrückt werden. Sie sind vielmehr ein Warnsignal.
Hitze, Staub, Strom oder Treibstoff: Sie kommen meist zusammen, wenn Maschinen und Traktoren an der Arbeit sind. Da reicht schon Reibung an der falschen Stelle oder eine beschädigte Leitung, dass aus Brennbarem Brennendes wird. Diese Risiken gehören in der Landwirtschaft dazu. So wie es dazugehört, sie im Griff zu haben.
Zu den häufigen Brandursachen beim Betrieb von Maschinen zählt Reibung und die dabei entstehende Hitze. Untergründe und die Arbeitsumgebung sind sorgfältig zu wählen.Heißlaufende Teile wie Lager, Bremsen, Riemen oder Antriebe laufend auf Überhitzung, Geräusche oder Geruch kontrollieren.
Heiß gewordene Teile (z.B. Auspuff) nicht in der Nähe von Stroh, Heu, Kunststoff oder Holz abstellen bzw. mit Hitzeschutzblech sichern.Je nach Umgebung ist auch das Risiko einer Staubexplosion einzukalkulieren.Auch Ladegeräte haben in unmittelbarer Nähe von Heu und Stroh nichts verloren. Rund um Ladestellen sollte jederzeit ein Bereich von mind. 2,5 m frei von Brennbarem gehalten werden.
Drehende Teile müssen regelmäßig gewartet und Lager geschmiert werden, um Reibungshitze zu vermeiden.Nach jeder Arbeit mit einer Maschine empfiehlt sich eine Sichtkontrolle kritischer Teile wie z.B. Lager von Antriebswellen. Brandrisiken stellen etwa Ölverlust dar, beschädigte Leitungen, lose Teile oder ungewöhnliche Hitze.
Traktoren, Mähdrescher und andere kraftstoffbetriebene Fahrzeuge sind ausschließlich in Garagen im Wirtschaftstrakt einzustellen. In freistehenden Nebengebäuden dürfen sie eingestellt werden, wenn sich keine Stallungen oder Aufenthaltsräume darin befinden. (Mehr dazu in der OIB-Richtlinie 2.)
Strom aus, Risiko null: Mit einem Batteriehauptschalter an Maschinen und Fahrzeugen lässt es sich nach der Arbeit ruhig schlafen.
Schweißen, Schleifen, Flexen, Löten: Rund 100-mal im Jahr brennt es auf niederösterreichischen Höfen im Zusammenhang mit Feuer- und Heißarbeiten. Dabei lassen sich solche Katastrophen mit der gründlichen Auswahl und der nötigen Absicherung des Arbeitsortes verlässlich vermeiden.
Schweißperlen können bis zu 10 Meter wegspringen. Damit Brände nicht den Funken einer Chance haben, muss der Arbeitsbereich frei sein von leicht entzündlichen Materialien wie trockenem Erntegut oder Stroh.
Feuer- und Heißarbeiten brauchen Vorbereitung, damit sie kein Nachspiel haben: Funkenflug ist nach Möglichkeit abzuschirmen. Nach der Arbeit sollte die Arbeitsstelle mehrfach kontrolliert werden („Brandwache“). Brandnester an schwer zugänglichen Stellen können sich auch Stunden später noch entzünden.
Nur regelmäßig gewartete Arbeitsgeräte (Schweißgerät, Winkelschleifer u.a.m.) gewährleisten einen sicheren Betrieb.Wo heiß oder mit offener Flamme gearbeitet wird, muss ein geeignetes Löschsystem – in der Regel ein Feuerlöscher – immer griffbereit sein.
Ob Kerze, Gasbrenner, Heizstrahler oder eine glimmende Zigarette: Ohne Aufsicht werden Feuer und offenes Licht erfahrungsgemäß schnell zum Brandauslöser. Auch wenn „eh nur kurz“ niemand in der Nähe ist. Keine Kerzen in der Nähe von trockenen Gestecken oder Vorhängen!
Asche und Glut sind bis zu 72 Stunden zündfähig – insbesondere im Restmüll oder am Komposthaufen.Im Ofen sollten die Aschebox regelmäßig entleert und die Ascheabsetzräume jährlich kontrolliert werden.
Die meisten Brandrisiken lassen sich einfach minimieren, indem man sich richtig verhält. Manche aber kommen von außen: Blitzschlag etwa. Oder wenn andere auf „blitzdumme“ Ideen kommen. Mit den richtigen technischen und organisatorischen Vorkehrungen sind auch diese Risiken zu beherrschen.
Blitzschutz ist Existenzschutz. Dazu muss er von einer Fachfirma geplant und ausgeführt sein. Jedenfalls entsprechend ausgerüstet werden sollten Wohngebäude, Ställe, Maschinenhallen und Silos.Metallleitungen sind in den Potenzialausgleich einzubeziehen.Beschädigte oder korrodierte Ableitungen verlieren ihre Schutzwirkung. Mindestens alle 5 Jahre ist eine Überprüfung fällig.Bei baulichen Änderungen wie der Errichtung ein PV-Anlage am Hof muss der Blitzschutz stets mitbedacht werden.
Das gilt insbesondere für empfindliche Technik, die am Stromnetz hängt
Indirekte Blitzschläge verursachen enorme Schäden. Dabei gelangen Überspannungen über Strom- Telefon- oder Antennenkabel ins Gebäude. Ein Überspannungsschutz verhindert, dass nach einem Gewitter Melk- und Fütterungstechnik oder die EDV nicht mehr funktionieren.
Jedes Jahr werden auf Höfen auch Brände durch Außenstehende verursacht – absichtlich oder fahrlässig. Eine angemessene Sicherung des Hofes gehört deswegen mit zur Brandverhütung.
Damit kein Brand „im Vorbeigehen“ passieren kann.
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